Megateleskop SKA

Es war ein Kampf um Titanen: 3000 Antennen bilden ein Riesenteleskop, wie man es noch nie gesehen hat. Jetzt ist klar, wo es gebaut wird – auf zwei Kontinenten.

Die ersten sieben Prototypen der südafrikanischen Radioantennen sind mit „Kat-7“ schon realisiert. „MeerKat“ mit 64 Antennen wird gerade ausgebaut.

Und der Gewinner heißt: Alle. Australien und Neuseeland auf der einen Seite, Südafrika mit acht weiteren Staaten aus dem südlichen Afrika auf der anderen Seite – alle fühlen sich als Gewinner eines Wettbewerbs, in dem es um eines der größten Wissenschaftsprojekte der Gegenwart geht – um das  „Square Kilometer Array“, kurz SKA, ein Radioteleskop, wie es die Welt noch nicht gesehen hat.

Zusammen werden die Antennen eine Fläche von einem Quadratkilometer haben, verteilt auf 3000 Antennen in einem Umkreis von jeweils mehr als 3000 Kilometern. Monatelang wurde versucht zu ermitteln, welcher der beiden Bewerberstandorte der meisten geeignete für das astronomische Megaprojekt ist – Australien und Neuseeland auf der einen Seite oder das afrikanische Länderkonsortium mit Südafrika an der Spitze auf der anderen Seite. Die Fachleute in einer Expertengruppe, die die technischen Standortvoraussetzungen zu klären hatte, tendierte, obwohl Australien lange im Vorteil war, im April klar für das südafrikanische Projekt.

Die SKA-Antennen im Kerngebiet sind spiralförmig in der Landschaft angeordnet

Am frühen Freitag Nachmittag nun haben die acht Mitglieder der SKA-Organisation sich nach mehrmaligem Aufschieben zu einer Entscheidung durchgerungen: An beiden Standorten sollen SKA-Antennen gebaut werden. Zusammen genommen wird SKA eine Empfindlichkeit haben die fünfzig Mal so empfindlich ist wie die bisher besten Radioteleskope der Welt und die Daten werden zehntausend Mal so schnell verarbeitet. Tatsächlich werden mit den gut 3000 geplanten Antennen jeden Tag zehn bis hundert Mal so viele Daten erzeugt und gespeichert, wie heute täglich durchs Internet fließen – zehn Terabyte pro Sekunde, eine Datenmenge, die 2,5 Millionen Musiktiteln entspricht.

Das Kontrollzentrum von „MeerKat“ nur wenige Kilometer außerhalb von Kapstadt.

Mit den Daten will man grundlegende Fragen der Kosmologie und Astrophysik beantworten, beispielsweise: Was ist die Natur der dunklen Energie? Was ist dunkle Materie? Wie hat das Universum begonnen nach dem Urknall? Gibt es zusätzliche Raumzeit-Dimensionen, wie es von Theoretikern vorhergesagt wird? Auch Fragen zur Masse von Neutrinos und ihrer Rolle bei der Evolution des Weltalls will man klären. Solche Signale in unterschiedlichen Radiowellenlängen, die von den SKA-Antennen empfangen werden, gehen von zahlreichen Objekten im Weltall aus – von Sternen mit fernen Planeten, Galaxienhaufen, von Pulsaren. Die ersten Sterne entstanden schon 400 Millionen Jahre nach dem vor rund 13,7 Milliarden Jahren geschätzten Urknall.

Die Entscheidung der SKA-Organisation, beide Standorte auf der Südhalbkugel zu nutzen, sieht eine Frequenzteilung vor: Die Radioempfänger für die mittleren Frequenzen sollen ab Phase 1, also ab dem Jahr 2016, in der Region Northern Cape in Südafrikas SKA-Gebiet  eingerichtet werden. Dort hat man mit dem Projekt „MeerKat“ schon zahlreiche Prototypen der Antennen im Kerngebiet im  Aufbau, jede größer als ein dreistöckiges Haus. 2013 sollen 64 MeerKat-Antennen fertig installiert sein. In Westaustralien sind mit dem „Square Kilometre Array Pathfinder“ (Askap) ebenfalls bereits Prototypen neuer Radioteleskope im Bau. Ab 2016 sollen dort insbesondere die Empfänger für niedrige Radiofrequenzen installiert und um das Jahr 2020 mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen werden. Am Ende sollen die südafrikanischen und ozeanischen Antennen durch optische Breitbandkabel miteinander gekoppelt werden. Die Baukosten sollen sich auf 1,5 Milliarden Euro belaufen, jährlich fallen zudem Unterhaltskosten von geschätzten 200 Millionen Euro an.

Forschungsministerin Schavan mit Ministerin Nadeli Pandor: Schavan hat bei ihrer Kapstadt-Reise jüngst die deutsche SKA-Mitgliedschaft angekündigt.

Ein Großteil der Infrastrukturen, insbesondere die für den Datentransport nötigen hochleistungsfähigen Leitungskabel und die Stromversorgung sind an beiden Standorten bereits weitgehend hergestellt. In Südafrika, das von Radioastronomen mehrheitlich bevorzugt worden war, weil man in dem abgelegenen Steppengebiet im Norden extrem gut gegen äußere Radiosignalstörungen geschützt ist, hat im Zuge der Planungen für SKA ein Gebiet von fünfhundert mal fünfhundert Kilometer als striktes „Radiowellenschutzgebiet“ ausgewiesen.
Ob es durch die radioastronomische Arbeitsteilung zu Mehrkosten kommen könnte, weil insbesondere die Datenverarbeitung und -aufbereitung einen enormen Aufwand erfordert, war bisher noch nicht zu erfahren. Die SKA-Organisation ist wie die australische Forschungsorganisation CSIRO, seit Beginn der SKA-Planungen im Jahr 2005 aktiv beteiligt an dem Megaprojekt, in einer ersten Stellungnahme zur Standortentscheidung bei den kalkulierten 1,5 Milliarden Euro oder rund 2,5 Milliarden Dollar geblieben.

Auch von den deutschen Radioastronomen – nach einer neuesten Erhebung des Bundesforschungsministeriums rund vierhundert – soll das Großprojekt genutzt werden. Nicht zuletzt deshalb hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan jüngst auf ihrer Reise zur Eröffnung des deutsch-südafrikanischen Wissenschaftsjahres die deutsche Mitgliedschaft in der SKA-Orgsanisation angekündigt. Mindestens eine Million Euro wird man dafür investieren. An der Entscheidung über den Standort hatte Deutschland allerdings noch nicht mitgewirkt.   Für Alex Jessner vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, der bei der international hoch renommierten Gruppe um Michael Kramer arbeitet, hat man mit dem Radioteleskop in Effelsberg in der Eifel zwar eines der weltweit leistungsstärksten Radioteleskope. Aber: „SKA wird für alle ein riesiger Schritt vorwärts sein.“

Von Joachim Müller-Jung

Quelle: F.A.Z.

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Fanaticism is overblown

Fuck arms industry. Das Wort zum Mittwoch…

OECD fordert Billionen-Schutzwall

Der Kampf gegen die Schuldenkrise ist nach Ansicht der OECD noch lange nicht gewonnen. Es drohen weitere Finanzlücken. Die Organisation fordert daher einen eine Billion Euro schweren Schutzwall.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fordert von der Euro-Zone, ihren finanziellen Schutzwall gegen die Schuldenkrise deutlich zu erhöhen. „Die europäischen Brandmauern müssen weiter erhöht und glaubwürdiger gemacht werden, um Vertrauen wieder herzustellen“, heißt es in einem in Brüssel veröffentlichten OECD-Bericht zur Lage in der Euro-Zone. Die Euro-Länder diskutieren derzeit über das Höhe der Mittel, die sie in den beiden Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM zum Schutz des Euro vorhalten müssen.

„Um Spannungen an den Märkten zu beruhigen, müssen die Fonds in einem ausreichenden Maße bereitstehen, um möglichen künftigen Anträgen auf Finanzhilfe standzuhalten“, warnten die OECD-Experten. Die Organisation schätzt, dass angeschlagene Euro-Länder in den kommenden beiden Jahren einen Finanzierungsbedarf in Höhe von einer Billion Euro haben. Hinzu kommen demnach Beiträge zur Rekapitalisierung von Banken aus der Euro-Zone. „Obwohl es unklar ist, ob Mittel in dieser Höhe jemals in Anspruch genommen werden, könnte die Verfügbarkeit glaubwürdiger Brandmauern das Vertrauen stärken.“

Merkel zeigt sich kompromissbereit

Bislang sind die zum Einsatz gegen die Schuldenkrise einsetzbaren Mittel deutlich geringer als von der OECD gefordert. Der bisherige Euro-Rettungsfonds EFSF kann insgesamt 440 Milliarden Euro einsetzen. Im Sommer tritt dann der dauerhafte Euro-Rettungsfonds ESM in Kraft, der schrittweise bis zu 500 Milliarden Euro zum Kampf gegen die Krise erhalten soll. Bisher war geplant, dass das verfügbare Geld auch in einer Übergangsphase, in der beide Fonds nebeneinander bestehen, nicht die Summe von insgesamt 500 Milliarden Euro übersteigt.

Diesen Standpunkt hatte besonders die Bundesregierung vertreten. Unter dem Druck von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und mehreren Euro-Ländern zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag jedoch zu einem Kompromiss bereit. So könnten zusätzlich zu den 500 Milliarden Euro aus dem ESM weitere rund 200 Milliarden Euro aus dem bisherigen Rettungsfonds EFSF kommen, die für Hilfsprogramme für Griechenland, Irland und Portugal verplant sind.

Eine Entscheidung soll auf einem Treffen der Euro-Finanzminister in dieser Woche in Kopenhagen getroffen werden.

27.03.2012 12:01 Uhr (AFP, N24)

Die ganze Sache ist meiner Meinung nach vollkommen absurd. Es wurden/werden hunderte Milliarden Euro von ausnahmslos verschuldenen Banken per bullshit-fonds und Papieren, also virtuellem Geld an diverse Organisationen und Staaten verliehen. Diese wiederum sind auch fast alle erheblich verschuldet bei diversen Gläubigern. Beide Seiten wissen jedoch von vornherein, dass der Schuldner das „geliehene Geld“ niemals zurück bezahlen (können) wird.

Dieses Geldsystem ist zum Scheitern verurteilt; spätestens die Börse zerstört die Wirtschaft und jeder einzelne Hamster unterstützt sie in seinem Rad. Wenn jeder Mensch der ein Konto mit Guthaben besitzt morgen zu seiner Bank gehen würde und all sein Geld abhebt, dann wäre das ein Blackout. Think about it. Es war vielleicht schon fünf vor 12…