Bilderberg 2015 Location

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Quarks & Co – Wohin verschwindet unser Geld

Interessante Doku in 5 Teilen

Teil 1 hier

Für die anderen 4 einfach bei Youtube den Vorschlägen folgen

Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt

Eine super Donkumentation die hinter die Kulissen der internationalen Superbank Goldman Sachs blickt.

Deren Prinzip: „Einmal dabei, immer dabei.“ Und so haben sie es im Laufe der Jahre geschafft massenweise Politiker, Finanzinspektoren und andere einflussreiche Personen in die Politik einzuschleusen.

Hier der Link zum Video:

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Banksystem = Betrug?

ProErde

Heute hieß es in der Zeitung, der Bank Run hätte begonnen. Würden jetzt alle Griechen auf einmal ihr Geld abheben, würde das System zusammenbrechen. Grund ist wohl die Eigenkapitalquote der Banken.

Was so harmlos klingt, ist in meinen Augen Betrug. Wenn ich einer Bank Geld leihe, indem ich es zum Beispiel auf ein Konto oder Sparbuch einzahle, und man sagt mir, ich könne es jeder Zeit abheben, muss die Bank auch tatsächlich das Geld haben.

Beispiel: Eine Bank verwahrt von zehn Kunden jeweils 1.000 Euro. Macht 10.000 Euro. Dieses Geld verwahrt die Bank nun nicht einfach im Tresor, sondern vergibt 9.000 Euro als Kredit an andere Kunden. Die Bank hat also nur 1.000 Euro, entspricht einer Eigenkapitalquote von 10 %, was sogar relativ hoch ist.

Einer von diesen zehn Kunden kann also sein Geld abheben, und schon beim zweiten kann die Bank nicht mehr zahlen. Kommen alle, wars das.

Wenn…

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Grass-Gedicht „Europas Schande“

Nach seiner umstrittenen Israelkritik nimmt sich Günter Grass in einem neuen Gedicht nun Europas Umgang mit Griechenland vor.

Günter Grass

Knapp zwei Monate nach seinem umstrittenen israelkritischen Gedicht geht Literaturnobelpreisträger Günter Grass (84) in neuen Versen mit Europas Griechenland-Politik hart ins Gericht. Das Gedicht, das an diesem Samstag in der „Süddeutschen Zeitung“ erscheint, trägt den Titel „Europas Schande“. Grass beklagt darin, dass Griechenland „als Schuldner nackt an den Pranger gestellt“ und „unter Schrottwert taxiert“ werde. Es sei ein „rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht den Gürtel enger und enger schnallt“.

Das Gedicht besteht aus zwölf je zweizeiligen Strophen. Grass spricht darin Europa direkt an. Das Werk beginnt mit den Zeilen „Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht, bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh“. Griechenland werde „abgetan“: „Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land, dem Dank zu schulden Dir Redensart war.“

Grass spielt auf die deutsche Besatzung Griechenlands an

Der Autor beklagt, dass Griechenland zur Armut verurteilt sei, ein „kaum noch geduldetes Land“. Europa wirft er vor, dem Land den Giftbecher zu trinken zu geben: „Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure, doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück“, schreibt Grass unter Anspielung auf den griechischen Philosophen Sokrates, der nach einem Todesurteil den Schierlingsbecher getrunken hatte.

Grass spielt offenbar auch auf die deutsche Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg an: Diejenigen, die das Land mit Waffengewalt heimgesucht hätten, „trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister“. Zum Schluss warnt der Dichter Europa vor einem Götterfluch und mahnt: „Geistlos verkümmern wirst Du ohne das Land, dessen Geist Dich, Europa erdachte.“

In seinem Anfang April – ebenfalls in der „Süddeutschen Zeitung“ – veröffentlichten Gedicht „Was gesagt werden muss“ hatte Grass Israel vorgeworfen, als Atommacht den Weltfrieden zu gefährden. Der Iran sei von einem atomaren Präventivschlag durch Israel bedroht, der das iranische Volk auslöschen könne. Das Gedicht hatte international für Empörung gesorgt und Grass den Vorwurf des Antisemitismus eingetragen. Israel hatte den Autor zur unerwünschten Person erklärt. Grass sah eine Kampagne gegen sich.

Günter Grass war mit seinem Roman „Die Blechtrommel“ (1959) weltbekannt geworden. 1999 erhielt er den Literaturnobelpreis. Grass galt lange als moralische Instanz in Deutschland. Sein spätes Eingeständnis (2006 in seinem autobiografischen Werk „Beim Häuten der Zwiebel“), dass er kurz vor Kriegsende bei der Waffen-SS war, brachte ihm jedoch den Vorwurf ein, viel von seiner moralischen Glaubwürdigkeit verspielt zu haben.

„Europas Schande“ – Auszüge aus dem Grass-Gedicht

„Europas Schande

Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht, bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh.

Was mit der Seele gesucht, gefunden Dir galt, wird abgetan nun, unter Schrottwert taxiert.

Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land, dem Dank zu schulden Dir Redensart war. (…)

Rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht den Gürtel enger und enger schnallt. (…)

Außer Landes jedoch hat dem Krösus verwandtes Gefolge alles, was gülden glänzt gehortet in Deinen Tresoren.

Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure, doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück. (…)

Geistlos verkümmern wirst Du ohne das Land, dessen Geist Dich, Europa, erdachte.“

faz.net

Und so wie überall, kann der einzelne Grieche fast nix dafür, muss aber trotz allem die Rechnung dafür tragen.

DAS ist die Schande.

Euro-Tsunami

Die große Geldschwemme

Vergessen Sie für einen Moment die Euro-Krise, kommen Sie mit nach China – und lernen Sie die Näherin Zhang kennen. Sie war erst 21 Jahre alt, da hatte sie schon in neun unterschiedlichen Fabriken gearbeitet. Vom bitterarmen chinesischen Land war sie an die südliche Küste gekommen, nach Shenzen, weil sie dort in den Fabriken etwas Geld verdienen konnte. Jeden Tag arbeitete sie von 7.30 Uhr bis mindestens 23 Uhr, unterbrochen nur von einer kurzen Pause zum Essen. Wenn sie bei der Arbeit Fehler machte, musste sie Strafen zahlen, die in einem Monat leicht den ganzen Lohn auffressen konnten. Amnesty International schildert: Als Zhang in ihrer letzten Fabrik nicht mal mehr ihren Lohn ausgezahlt bekam, stahl sie zusammen mit einigen Kollegen den Schlüssel zum Fabriktor und verließ das Unternehmen.

Die Verzweiflung Zhangs am anderen Ende der Welt hat mehr mit der Euro-Krise zu tun, als man im ersten Moment denkt. Dass Fabriken in China jahrelang trotz solcher Bedingungen Arbeiter gefunden haben, hatte auch Auswirkungen in Europa. Es drückte die Preise. Und damit die Inflation.

Das ist wichtig. Denn seit Jahrzehnten hat sich in vielen Köpfen der Gedanke festgesetzt: Wenn es zu viel Geld gibt, dann entsteht Inflation. Diese Idee hat nichts von ihrem Ansehen verloren. Selbst Leute, die in der Euro-Krise dieser Tage noch mehr billiges Geld fordern, argumentieren mit dieser Regel – zum Beispiel Notenbanker in der Europäischen Zentralbank. Sie sagen: Wir können immer noch billiges Geld verleihen, es gibt ja bisher keine Inflation.

Die klassische Inflation scheint fast ausgestorben

Dabei ist schon viel Geld im Euroraum unterwegs. Die Geldmenge (M3) hat sich seit 2001 verdoppelt, sie ist mehr als doppelt so schnell gewachsen wie das Bruttoinlandsprodukt und weit schneller, als die EZB selbst anzielt. Doch Verfechter einer laschen Geldpolitik stört das nicht. Sie verweisen eben darauf, dass noch lange keine hohe Inflation zu sehen sei.

Tatsächlich scheint die klassische Inflation, wie man sie noch in den siebziger Jahren kannte, fast ausgestorben zu sein. Zwar hat die Euro-Einführung viele Verbraucher erschreckt. Doch die Mieten in Deutschland sind jahrelang kaum gestiegen. Selbst jetzt, wo die Benzinpreise durch die Decke steigen und die Mieten in Großstädten anziehen, bleiben viele andere Preise recht konstant – und die Inflationsraten bleiben noch weit unter denen, die die Deutschen aus den Siebzigern kennen.

Warum zusätzliches Geld nur noch selten Inflation verursacht

Die Ökonomen Pedro Teles und Harald Uhlig haben das Phänomen wissenschaftlich untersucht und festgestellt: Irgendwann gegen Ende des 20. Jahrhunderts hat sich die Welt geändert. Seitdem verursacht zusätzliches Geld nur noch selten Inflation. Inzwischen sind vier Gründe dafür bekannt.

Erstens: Anfang der Achtziger haben die Notenbanker die Menschen davon überzeugt, dass sie künftig hart gegen Inflation vorgehen werden. Seitdem rechnen viele nicht mehr mit hoher Inflation. Also fordern die Gewerkschaften nicht mehr so kräftige Lohnerhöhungen – schon das dämpft die Teuerung.

Zweitens: Die Löhne stehen unter Druck, weil technischer Fortschritt einfache Arbeitsplätze überflüssig macht. Also wird die Produktion von Waren kaum teurer.

Drittens: Im Versuch, an das Nachkriegs-Wirtschaftswachstum anzuknüpfen, haben die Vereinigten Staaten in den achtziger Jahren ihre Wirtschaft dereguliert und damit einen weltweiten Trend ausgelöst – so beschreibt es der bekannte Ökonom Raghuram Rajan. Diese Deregulierung hat es leichter gemacht, billig zu produzieren.

Viertens: Seit dem Ende der achtziger Jahre sind in Osteuropa und Asien viele Länder mit niedrigen Löhnen und günstigen Preisen in die Weltwirtschaft eingetreten. Vor allem in China gibt es schier unendlich viele verzweifelte Wanderarbeiter wie Zhang, die zu niedrigsten Löhnen und unter den schlechtesten Bedingungen arbeiten. Jahrelang hat auch dieses Preisdumping die Inflation in Europa gedrückt und so die Zentralbanken in Sicherheit gewiegt.

Gefahr einer neuen Blase

Doch die Inflation ist nicht weg. Sie ist nur woanders. Das viele Geld hat in den vergangenen Jahren nicht die Preise im Kaufhaus und im Supermarkt in die Höhe getrieben, die sogenannten „Güterpreise“. Doch es gibt noch andere Preise, die steigen können.

Auch die Börsenkurse sind nämlich Preise: für Aktien, für Anleihen oder für Gold. Auch Immobilien haben Preise. All diese Preise sind in herkömmlichen Inflationsraten kaum berücksichtigt. Doch wenn sie steigen, ist das auch Inflation – die sogenannte „Vermögenspreisinflation“. Sie ist noch viel gefährlicher. Das Problem: Bei der Vermögenspreisinflation gehen die Preise nicht immer nur nach oben. Manchmal kommen sie auch wieder zurück. Und dann entpuppt sich die vergangene Preissteigerung als riesige Spekulationsblase.

Die Gefahr ist groß, dass es jetzt zu so einer Blase kommt. Denn in der europäischen Wirtschaft ist nach wie vor zu viel Geld unterwegs. „Liquidität findet immer einen Weg, sagen wir Notenbanker. Entweder steigen die Verbraucherpreise – oder die Vermögenspreise“, sagte der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark zum Ende seiner Amtszeit im Interview mit der F.A.S. Wir müssen fürchten, dass er recht hat. Ansgar Belke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und zwei seiner Kollegen haben jedenfalls festgestellt, dass das Geld auf der Welt inzwischen leichter die Preise für Geldanlagen nach oben treibt als die Preise im Supermarkt.

Vermögenspreise immer noch zu hoch

Genau so eine Vermögenspreisinflation war die Immobilienblase in Amerika. Das hat der ehemalige amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan selbst zugegeben. Nach der Pleite von Lehman Brothers musste er den Bußgang antreten und vor dem amerikanischen Kongress erscheinen, wo ihn die Abgeordneten für seine Geldpolitik in die Mangel nahmen. „Ich verstehe immer noch nicht ganz, was passiert ist“, sagte er damals. Aber eines wusste er: „Vermögenspreise, vor allem Hauspreise, sind in fast zwei Dutzend Ländern dramatisch gestiegen.“

Das Geld hat in den vergangenen Jahren auch in Europa eine Vermögenspreisinflation ausgelöst – in spanischen und irischen Immobilien, zudem in Staatsanleihen der Peripheriestaaten. So entstand die Euro-Krise. Und das Geld ist noch nicht wieder weg. Die Vermögenspreise sind in Summe immer noch zu hoch. Das Geld treibt mal diese Preise in die Höhe, mal jene. Es wirkt immer noch.

Drei Kandidaten, die uns Sorgen machen

Nun ist das Kennzeichen von Blasen, dass sie niemand vorher mit Sicherheit benennen kann – wenn alle wüssten, dass eine Blase herrscht, gäbe es sie schon nicht mehr. Auch ich weiß nicht, auf welchem Markt die hohen Preise auf Dauer angemessen sind und wo irgendwann eine Blase platzt. Im besten Fall gibt es überhaupt keine Blase. Aber im Moment gibt es mindestens drei Kandidaten, die uns Sorgen machen sollten.

Der erste Kandidat ist Gold. Von seinen Fans seit Jahren geschätzt, ist es zuletzt als Panikwährung richtig beliebt geworden. Kleinanleger standen vor Goldläden Schlange wie sonst nur Teenies vor dem Justin-Bieber-Konzert. Die Reichen waren nicht besser: Unter Bankern kursieren Geschichten von vermögenden Kunden, die ihr ganzes Geld in Form von Goldbarren ausgezahlt haben wollten (und die Banker mussten die Barren schleppen).

Entsprechend teuer ist Gold jetzt. Das Standardmaß, die „Feinunze“, hat seinen Preis innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt und zeitweise mehr als 1350 Euro gekostet. Von dort ist der Preis wieder etwas gesunken, doch aktuell ist Gold immer noch ungefähr so teuer wie vergangenen Sommer. Wenn der Goldpreis wieder fällt, ist das unangenehm, aber kein Desaster. Viele Privatleute werden Geld verlieren, ähnlich wie in der New Economy, als mancher sein Erspartes verlor. Das ist für die Einzelnen bitter – aber weniger dramatisch als die letzte Finanzkrise oder die Gefahren, die aus anderen Blasen drohen.

Zum Beispiel aus dem zweiten Kandidaten: den Immobilien.

Es ist fast, als hätten die Leute nichts gelernt. Immobilienblasen in den Vereinigten Staaten, in Irland und Spanien haben den ganzen Schlamassel mit ausgelöst – und was machen die Deutschen? Sie kaufen Immobilien. Kaum einer, der es sich leisten kann, hat sich noch nicht nach einer Zwei-Zimmer-Wohnung zur Kapitalanlage umgeguckt. Ganz Schlaue nehmen sogar Kredite auf. Schließlich sind die Zinsen niedrig, und falls die Inflation kommt, werden die Schulden entwertet.

Schon sind die Immobilienpreise in die Höhe geschnellt. Das gilt nicht unbedingt auf dem Land, aber in den Großstädten auf jeden Fall. Dabei haben Spanien und Irland deutlich gezeigt, wie gefährlich so eine Immobilienblase ist. Wenn die Preise wieder sinken, gibt es Pleiten en masse. Deshalb verlieren die Banken Geld. Und wenn zu viele Banken zu hohe Verluste machen, steht das Finanzsystem ganz schnell wieder auf der Kippe. Im Extremfall werden neue Rettungspakete nötig. Die Krisenforscher Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff, die rund 250 Finanzkrisen aus acht Jahrhunderten analysiert haben, folgern: Wo eine Immobilienkrise ausbricht, ist die Finanzkrise oft nicht weit.

Für Deutschland gibt es Hoffnung, dass der Immobilienpreisanstieg nicht extrem gefährlich ist. Denn Hausbesitzer müssen viel eigenes Geld mitbringen; wenn dann das Haus an Wert verliert, ist nicht sofort der Kredit gefährdet. Zudem können Immobilienbesitzer derzeit hohe Mietsteigerungen durchsetzen – ein Indiz dafür, dass die Menschen schlicht bereit sind, mehr fürs Wohnen zu bezahlen.

Noch gefährlicher könnte aber der Preisauftrieb des dritten Blasenkandidaten sein: der von deutschen Staatsanleihen.

Ein Blick zurück

Erinnern wir uns: In den vergangenen Jahren ist viel Geld in die Staatsanleihen von Griechenland, Italien und anderen ehemaligen Hochzinsstaaten geflossen. Jetzt haben viele Anleihebesitzer aus Angst ihre Wertpapiere verkauft. Nur mit Hunderten von Milliarden an neuem Geld schaffen es die Zentralbanken, die Kurse für Peripherieanleihen hoch zu halten – denn die Investoren ziehen ihr Geld aus der Peripherie ab und schicken es nach Deutschland. Dorthin, wo sie es sicher wähnen. Was dann geschieht, ist leicht zu sehen: Die Kurse für deutsche Staatsanleihen steigen.

Der angesehene Fondsmanager Jens Ehrhardt, der das Geld der Superreichen verwaltet, warnt bereits: „Die internationalen Anleihenmärkte verzeichnen heute wahrscheinlich die größte Blase der Geschichte, die von den Notenbanken manipulativ ausgelöst wurde.“ Das letzte Mal, als Ehrhardt vor einer großen Blase warnte, folgte 15 Monate später die Pleite von Lehman Brothers.

Im Moment profitiert der deutsche Staat noch von den hohen Anleihepreisen. Denn hohe Preise bedeuten: Die Kreditzinsen stürzen in die Tiefe. Für kurzfristige Kredite mit einem Jahr Laufzeit musste die Bundesregierung zwischenzeitlich gar nichts mehr zahlen. Der Finanzminister kann sich freuen. An den Staatsanleihen, die der deutsche Staat in den Jahren 2009 bis 2011 ausgegeben hat, hat er so rund 20 Milliarden Euro gespart. Das hat der Thinktank Re-Define ausgerechnet. Weitere 20 Milliarden Euro sind in den nächsten Jahren schon sicher, weil die Kreditzinsen für die ausgegebenen Anleihen jetzt festgeschrieben sind.

Das Problem ist: Die deutschen Politiker nutzen das Geld nicht, um Schulden zurückzuzahlen. Nicht mal im Aufschwungjahr 2011, in dem die Zinsen so niedrig waren wie nie zuvor, ist die Bundesregierung mit ihrem Geld ausgekommen. Stattdessen haben die Politiker immer wieder neue Ideen, wofür sie Geld ausgeben können. Im Jahr 2013 will die Bundesregierung das „Betreuungsgeld“ für Eltern von Kleinkindern einführen, von dem sie sich trotz großen Protests bislang nicht abbringen lässt – geschätzte Kosten über zehn Jahre: je nach Rechnung bis zu 20 Milliarden Euro. Da ist die Zinsersparnis der nächsten Jahre schon wieder weg.

Das traurige Ergebnis: Der deutsche Staat nimmt immer mehr Schulden auf. Die deutschen Politiker machen den gleichen Fehler wie ihre Kollegen in Portugal und Griechenland vor einigen Jahren.

Wenn die Zinsen für Staatsanleihen eines Tages wieder steigen, kann das Deutschland schnell einige Milliarden Euro jährlich kosten. Dann muss die Regierung wieder sparen. Doch die Peripheriestaaten zeigen: Sparen ist nicht so leicht. Wenn sich die Bürger einmal an die Wohltaten des Staates gewöhnt haben, wollen sie nicht mehr darauf verzichten. Den Deutschen wird es nicht anders gehen. Das Sparen wird schwer.

Um es deutlich zu sagen: Es wird in Deutschland nicht beim ersten Anzeichen von Sparpaketen Straßenschlachten wie nach den rigiden Einsparungen in Griechenland geben. Aber die Gefahr ist unbestreitbar, dass Deutschland sich im schlimmsten Fall schlagartig in einer Situation wiederfindet wie Italien oder Spanien – und das Vertrauen der Märkte verliert. Gegen das, was dann droht, wären alle bisherigen Blasen Seifenblasen.

Artikel von faz.net, 22.04.2012

Wie der Kapitalismus funktioniert

und woran er scheitern wird…

Nette Veranschaulichung der Grundprinzipien des Kapitalismus

Ungeregelter Kapitalismus

Kurze Doku über „Ethik Banken“ :D, die Finanztransaktionssteuer und die GEPA, von 3sat, vivo, 2011:

NFC – Near Field Communication – Chips

 Smartphone wird zum Schlüssel der Zukunft

Türen öffnen, im Supermarkt bezahlen, Fahrkarten kaufen oder einen Parkschein lösen: Ein kleiner Chip verwandelt das Smartphone zum Alleskönner.

Sie breiten sich aus, ohne dass wir es merken. Sie verstecken sich im Geldbeutel und in der Kleidung. Schon bald werden sie unseren Alltag begleiten und überall sein; im neuen Personalausweis, in EC- und Kreditkarten, in den Schlössern von Autotüren. Oder in den Produktpackungen im Supermarkt. Funkchips, die sogenannten NFC-Chips, können Informationen speichern und über kurze Strecken beispielsweise an ein Smartphone verschicken. Dafür steht auch die Abkürzung NFC – Near Field Communication.

Der Einkauf der Zukunft könnte so aussehen: Der Kunde hält sein NFC-fähiges Smartphone auf den Zucker, die Nudeln oder das Müsli, und schon wird alles auf die Rechnung gesetzt. Wer etwa allergisch gegen Gluten ist, wird zudem gewarnt, falls er zum falschen Lebensmittel greift. Am Ausgang hält man dann das Smartphone einfach an einen Punkt an der Kasse, um zu bezahlen.

Im Vergleich zu Auszeichnungen wie QR-Code oder Strichcode, die auf Produkte gedruckt sind, scannt man die Information von NFC-Chips nicht nur, sondern kann auch eine solche hinzufügen. Dass zum Beispiel das Produkt nun gekauft oder reserviert ist. Diese Funktechnologie für kurze Strecken gibt es schon seit einigen Jahren, die NFC-Chips verbreiten sich allmählich auch auf mobilen Geräten, doch es müssen vor allen Dingen noch Anwendungen gefunden werden.

Antonio Krüger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zeigt – wie im Video zu sehen ist – mit einem Test-Supermarkt auf der Cebit, dass seine Anwendung bereits reibungslos funktioniert. Jedoch wurde dieses Forschungsprojekt wie viele andere in diesem Bereich noch nicht in die Praxis umgesetzt. Im April wollen Banken und Sparkassen ein Pilotprojekt starten, das das kontaktlose Bezahlen mit der EC-Karte ermöglicht. Nur wenige Betriebe wie die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund in Frankfurt (RMV) haben ihre NFC-Anwendungen so weit vorangetrieben, dass Kunden die Technik bereits heute anwenden können. Momentan dürfte sich Zahl der Nutzer überschaubar sein, denn Voraussetzung für die Nutzung der „Touchpoints“ der Bahn ist ein Smartphone, das mit einem NFC-Chip ausgestattet ist.

Der Kreis könnte sich in diesem Jahr zügig erweitern. Kürzlich stellten Hersteller wie LG und HTC auf dem Mobile World Congress in Barcelona neue Handymodelle mit NFC vor. Blackberry, Nokia und Sony bieten ebenfalls entsprechende Modelle an. Auch das Google-Handy Galaxy Nexus von Samsung kann mit dieser Funktechnik umgehen. Zurzeit gibt es weltweit fünfzig verschiedene Smartphones und Tablet-PCs mit NFC-Technik. Laut einer Marktanalyse von IMS Research gab es 2011 bereits 35 Millionen Smartphones mit Funktechnologie (Etwa jedes zwölfte verkaufte Smartphone hätte somit NFC-Technik) und nach deren Prognose sollen es in diesem Jahr 80 Millionen werden. ABI Research schätzt, dass in vier Jahren 552 Millionen mobile Gerät mit dieser Technik auf dem Markt sein werden.

Auf der Messe in Barcelona stellte NXP Semiconductors, die zusammen mit Sony die NFC-Technologie vor etwa zehn Jahren auf den Weg gebracht haben, weitere Anwendungen vor: Bezahlen am Parkautomat, Eintritt zur Firma, Bestellen eines Getränks im Café. Alles läuft dabei über das Smartphone. Wie die Technik richtig ausgereizt wird, zeigen Anwendungen, bei denen beide Chips aktiv werden. So speichert die Packung Zucker im Supermarkt, dass sie gekauft wurde und merkt sich ihren neuen Besitzer.

NFC hat alle Voraussetzungen sich in verschiedensten Lebensbereichen zu verbreiten. Bisher blieb der Durchbruch aus, weil mehrere Firmen beteiligt sein müssen, damit eine Anwendung umsetzbar ist. Selbst wenn ein Supermarkt auf die NFC-Technologie setzt und der Kunde dort mit NFC-Smartphone einkaufen könnte, bleibt zu klären, welches Unternehmen den Bezahlvorgang abwickelt. Google Wallet versucht sich gerade in den Vereinigten Staaten zu etablieren, der Einsatz in Deutschland ist aber noch nicht in Sicht. Es scheitert häufig auch am Ende des Einsatzweges: Firmen müssten ihre Mitarbeiterausweise umstellen. Cafés brauchen ein Menükarte mit NFC-Chip. Kommunen müssten ihre Parkuhren erneuern. Das alles braucht Zeit. FAZ.NET